Messe-Leads in HubSpot systematisch nachbearbeiten
Wie ihr 100 bis 200 Messe-Leads strukturiert erfasst, einer Qualifizierungsphase zuweist und mit einem automatisierten Follow-up-Prozess zeitnah nachbearbeitet.
Veröffentlicht am 21. März 2026 · Frank Welsch-Lehmann
Messen erzeugen in kurzer Zeit viele Leads — und danach sehr oft Chaos. Die Visitenkarten landen in der Jackentasche, die Notizen auf verschiedenen Zetteln und in mehreren Handys. Wenn eine Woche nach der Messe noch kein einziger Lead kontaktiert wurde, ist das verschenktes Potenzial. Mit einer klaren Struktur in HubSpot lässt sich das vermeiden.
Vor der Messe: Grundlage legen
Die Nachbearbeitung beginnt nicht nach der Messe, sondern davor. Richtet in HubSpot eine spezifische Lead-Quelle oder ein Custom Property ein, das den Ursprung “Messe [Name] [Jahr]” trägt. So könnt ihr alle Kontakte aus diesem Event jederzeit als saubere Gruppe filtern — für Reporting, für Follow-up-Sequences und für spätere Analyse.
Legt außerdem eine statische Liste mit dem Namen der Veranstaltung an. In diese Liste werden alle Messe-Kontakte eingetragen, egal in welchem Status sie sich befinden.
Während der Messe: Kontakte direkt erfassen
Die HubSpot-Mobile-App erlaubt es, Kontakte direkt vor Ort anzulegen und sofort mit einem Tag oder einer Property zu versehen. Alternativ funktioniert ein einfaches Formular, das ihr auf dem Tablet bereit habt und das neue Kontakte automatisch in die Messe-Liste einträgt.
Wichtig: Lasst eure Kollegen kurze Gesprächsnotizen hinterlassen — direkt im Datensatz oder per Sprachnotiz in der App. Diese Erstinformationen sind nach der Messe Gold wert.
Nach der Messe: der dreistufige Follow-up-Prozess
Stufe 1 — Sichten und priorisieren (Tag 1–2): Geht alle Messe-Kontakte durch und setzt ein Property wie Messe-Priorität auf hoch, mittel oder niedrig. Basis: die Gesprächsnotizen und euer Bauchgefühl aus dem Gespräch. Hochprioritäre Leads werden sofort persönlich kontaktiert.
Stufe 2 — Automatisiertes Erst-Follow-up (Tag 2–3): Startet für mittel- und niedrigprioritäre Leads eine Sequence. Die erste Mail ist kurz, persönlich formuliert und nimmt Bezug auf die Messe. Kein Verkaufsdruck, nur Kontaktpflege und ein klares Angebot für ein kurzes Gespräch.
Stufe 3 — Qualifizierung (Woche 2): Leads, die auf das Erst-Follow-up reagiert haben, wandern in die Lead-Pipeline. Alle anderen landen nach 2–3 Kontaktversuchen in einer Parkposition-Phase mit einem Reaktivierungsworkflow für 6 Monate später.
Häufige Fehler
Zu viele Leads gleichzeitig in Sequences: Wenn ihr 200 Leads auf einmal in eine Sequence packt, riskiert ihr Deliverability-Probleme. Staffelt den Versand — 30 bis 50 Starts pro Tag ist ein gebräuchlicher Richtwert, der tatsächliche Grenzwert hängt jedoch von eurem Sender-Score und der Konfiguration eurer Sending-Domain ab.
Keine Qualifizierungsphase vor dem Deal: Der häufigste Fehler ist, Messe-Leads direkt als Deals anzulegen. Das verstopft die Pipeline mit unqualifizierten Kontakten. Nutzt stattdessen die Lead-Pipeline für die Qualifizierungsphase und überführt nur echte Interessenten in den Deal.
Fehlende Markierung der Messe-Quelle: Ohne saubere Quelle könnt ihr nach 3 Monaten nicht auswerten, wie viele Abschlüsse tatsächlich aus der Messe kamen. Das macht jeden ROI-Nachweis unmöglich.
Was ihr damit gewinnt
Mit diesem Prozess ist kein Messe-Lead mehr verloren. Die hochwertigen Kontakte werden sofort persönlich betreut, der Großteil läuft automatisiert durch ein sauberes Follow-up, und ihr habt nach 3 Monaten belastbare Zahlen darüber, was die Messebeteiligung tatsächlich gebracht hat.